Inhalt - Geschichte

  • 1925

    Herisau in den 20er-Jahren

    Alfred Lienhard, 20-jährig

    Jugendzeit im Appenzellerland
    Alfred Lienhard tritt in die Fussstapfen des Grossvaters

    Am 29. August 1925 wird Alfred Lienhard, der spätere Gründer von LISTA, in Herisau (AR) geboren. Sowohl sein Vater Alfred Lienhard sen., der als Heizer in einem Textilbetrieb arbeitet, als auch seine Mutter Marie Schoch stammen aus dem Appenzellerland. Nach Abschluss der Schule tritt Alfred Lienhard in die Fussstapfen seines Grossvaters und beginnt bei Ernst Scheer Herisau, einem führenden Hersteller von Betriebseinrichtungen – zum Sortiment gehören auch Schubladenschränke – eine Schlosserlehre. Bei der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) in Neuhausen findet er seine erste Stelle als Bauschlosser.

  • 1945

    Gartenmöbel aus Stahlrohr

    Erste Werkstatt im Haus des Onkels

    Der Pionier in seiner ersten Werkstatt
    Die Firma Lienhard Stahlbau wird gegründet

    20-jährig eröffnet Alfred Lienhard seine eigene Schlosserwerkstatt. Der Einmannbetrieb ist im Sticklokal des Onkels Edwin in Herisau untergebracht. Mit seinem Ersparten – rund 1500 Franken – kauft sich Alfred Lienhard die notwendigen Schweissanlagen, Hämmer und Feilen. Seine ersten Produkte sind einfache Stahlrohrgeräte sowie Gartenstühle, Gartentische und Veloanhänger. Bei der Suche nach grösseren Arbeitsräumen stösst er auf die Remise des Gasthofs Schäfli in Degersheim. Sein Vater Alfred ist bereit, den Restaurantbetrieb zu pachten. Damit ist der Schritt von Herisau AR nach Degersheim SG getan. Am 17. Februar 1945 lässt Alfred Lienhard seine Firma Lienhard Stahlbau ins Handelsregister des Kantons St. Gallen eintragen.

  • 1950

    Erster Firmenwagen

    Alid-Kühlschrank

    Erste Erfolge, erste Rückschläge
    Konzentration auf Betriebseinrichtungen

    Angeregt durch die Wohnbaukonjunktur beginnt Alfred Lienhard auch mit der Herstellung von Alid-Kühlschränken. Das Geschäft kommt allerdings nicht wie erhofft ins Rollen und die Firma erleidet ihren ersten herben Rückschlag. Doch die Krise ist für Alfred Lienhard mehr denn je Ansporn für Neues: Ab 1950 konzentriert er seine Aktivitäten ganz auf Betriebs- und Lagereinrichtungen, was sich als entscheidender Schritt erweisen wird. Die ersten der legendären Schränke mit Kugellager-Einfachauszug werden produziert. Der Grundstein für die in den kommenden Jahren erfolgreiche Blechverarbeitung ist gelegt, und mit Stolz wird der erste firmeneigene Lastwagen angeschafft. Alfred Lienhard liegt jedoch nicht nur der Erfolg seines Unternehmens am Herzen, sondern auch das gute Verhältnis zu den Mitarbeitenden: Zum fünfjährigen Firmenjubiläum organisiert er den ersten Betriebsausflug und fährt mit der gesamten Belegschaft ins Toggenburg.

  • 1951

    Firmengebäude in Erlen

    Schubladenschrank «Unit Construction»

    Lienhard Stahlbau zieht nach Erlen
    Der erste Werkzeugschubladenschrank geht in Produktion

    Der erste Werkzeugschubladenschrank «Unit Construction» wird entwickelt und handwerklich hergestellt – ein Produkt, das für die weitere Entwicklung des Unternehmens ausschlaggebend ist. Während die Zahl der Mitarbeitenden auf 40 steigt, werden die Räumlichkeiten in Degersheim allmählich zu klein und genügen der schnellen Entwicklung des Unternehmens nicht mehr. In der Zeitung «Maschinenmarkt» liest Alfred Lienhard, dass in Erlen die ehemaligen Tetra-Werke zu kaufen sind. Als passionierter Motorsportler kennt Lienhard Erlen bestens, fanden dort doch 1948–1951 die legendären Auto- und Motorradrennen statt. Am 17. April 1951 unterzeichnet er den Kaufvertrag und bereits am 9. Mai beginnt die Produktion in Erlen. 24 Betriebsmitarbeiter ziehen mit Lienhard an den neuen Firmenstandort im Thurgau. Doch der Umzug, verbunden mit grossen Investitionen in die Infrastruktur, bringt Lienhard in arge Finanznöte. Seine geschäftlichen Telefonate führt er vorübergehend vom Erlener Postamt aus, da er das eigene Telefon nicht mehr bezahlen kann.

  • 1953

    Das Lista-Moped (Werbeaufnahme)

    Motorfahrradproduktion

    Die Geburt der Marke LISTA
    600 LISTA-Motorvelos verlassen das Werk

    Das Jahr 1953 ist eines der denkwürdigsten in der Firmengeschichte: Ein Neubau erweitert das bestehende Werkgelände und schafft neue Kapazitäten für die laufend wachsende Produktion. Gleichzeitig verwirklicht Alfred Lienhard – selber begeisterter Auto- und Motorradfahrer, der mit Erfolg an nationalen und internationalen Rennen teilnimmt – eine seiner neusten Ideen: Er beginnt mit der Fertigung von Motorvelos. Da er einen Namen für das Moped sucht, veranstaltet der Firmeninhaber unter seinen Mitarbeitenden einen Wettbewerb. Das Resultat LISTA (für Lienhard Stahlbau) soll künftig nicht nur die Mopeds zieren, sondern wird zur Marke für alle Produkte. Rund 600 Vehikel verlassen innert weniger Monate die Fabrik. Doch zeigt sich schnell, dass die ausländische Konkurrenz zu stark ist – die Produktion der LISTA-Mopeds wird wieder eingestellt. Einmal mehr besinnt sich Lienhard auf seine Kernkompetenzen: die Herstellung von Betriebs-, Lager- und Büroeinrichtungen. Die Nachfrage nach Stahlmöbeln nimmt in den folgenden Jahren stark zu und der Betrieb muss fast jährlich erweitert werden. 1958 beschäftigt LISTA bereits 228 Mitarbeitende – eine Zahl, die sich mit der Eröffnung der KAG Kunststoffwerk AG in Dozwil weiter erhöht. Die KAG stellt hauptsächlich Werkzeuge sowie Schubladeneinsätze für die Mutterfirma her.

  • 1965

    Regalanlage M 15

    Lager- und Verkaufsgebäude Newton Highland (USA)

    Der erste Schritt über den Atlantik
    Die Produktion läuft auf vollen Touren

    Die Firma steht in voller Blüte: Pro Monat werden 500 Tonnen Blech verarbeitet und täglich rund 1000 Schubladen produziert. Etwa 3000 Garderobenschränke verlassen jeden Monat das Werk. Die erste Schubladen-Fabrikationsstrasse sowie eine moderne Lackieranlage vereinfachen den Produktionsprozess. Das Unternehmen stellt Betriebseinrichtungen wie Garderoben- und Werkzeugschränke, Werkbänke, Lager- und Palettengestelle her, aber auch Büromöbel wie Registratur- und Planschränke, Schreibtische und Archivgestelle. Ab 1967 wird LISTA für verschiedene Automarken Lieferant von zweigeschossigen Regalanlagen des Typs M 15. Im selben Jahr wird die Einzelfirma Lienhard Stahlbau zur Lienhard AG – ein erster Schritt zur Nachfolgeregelung. Im Zuge der erfolgreichen Geschäftstätigkeit vertreibt LISTA ihre Produkte ab 1968 auch in den USA – erste Lager- und Verkaufslokalitäten in Newton Highland in der Nähe von Boston werden gemietet.

  • 1970

    Fredy Lienhard junior

    Produktion in Holliston

    Generationenwechsel in der Unternehmensführung
    Fredy A. Lienhard übernimmt die Nachfolge seines Vaters

    1970 wird das Unternehmen von einem schweren Schicksalsschlag getroffen: Alfred Lienhard erliegt – nur gerade 44-jährig – einem Herzinfarkt. Sein 22-jähriger Sohn Fredy A. Lienhard übernimmt die unternehmerische Verantwortung und wird Präsident des Verwaltungsrates. Er führt nicht nur das Stammhaus in Erlen zu weiteren Erfolgen, sondern erweitert auch das Übersee-Geschäft. LISTA übernimmt seinen bisherigen Vertriebspartner, die «Deluxe» in Holliston, USA. Ab 1974 wird die Vertriebsgesellschaft zu einem Produktionsbetrieb ausgebaut. Die Belegschaft zählt mittlerweile bereits über 400 Mitarbeitende und der Umsatz steigt auf rund 40 Millionen Franken.

  • 1972

    LISTA Niederlassung in Dallas (USA)

    Büromöbelprogramm «Polyvario»

    LISTA goes America
    LISTA beschreitet neue, innovative Wege

    1972 ist das eigentliche Amerika-Jahr in der Lista-Geschichte: In Holliston erwirbt die Firma ein Grundstück und errichtet darauf Büros und ein Lagerhaus. Die Deluxe-LISTA wird zur LISTA International Corporation. 1973 entsteht die erste Fabrikationshalle. In der zweiten Hälfte der 70er-Jahre wird die Fabrikation sukzessive ausgebaut. Es folgen eine Erweiterung der Fabrikations- und Büroräume und die Inbetriebnahme einer Lackieranlage. Aufgrund der guten Auftragslage wird weiter expandiert: Zwischen 1981 und 1985 öffnen die beiden Niederlassungen in Long Beach und Dallas ihre Tore. Auch im Büromöbel-Design geht Fredy A. Lienhard neue Wege: Zusammen mit Wohnbedarf, dem damals tonangebenden Möbelhaus in Zürich, entsteht im Jahr 1974 das Programm Polyvario. Mit dieser Innovation ist LISTA ihrer Zeit voraus, denn Polyvario ist aus Kunststoff gefertigt – ein absolutes Novum.

  • 1980

    LISTA Produktionsstätte in Degersheim

    LISTA auf Expansionskurs
    Auslagerung des Büromöbelbereichs nach Degersheim

    Für Grossaufträge – beispielsweise von Hoffmann-La Roche in Basel oder SFS Stadler AG in Heerbrugg – entwickelt LISTA neue Büromöbelprogramme: Der Produktzweig floriert und die Produktion platzt aus allen Nähten. Eine Erweiterung drängt sich auf. Der Zufall will es, dass ausgerechnet in Degersheim ein idealer Produktionsstandort gefunden wird – dem Ort, wo Alfred Lienhard 1945 den Grundstein für seinen späteren Erfolg legte. Im neuen Fabrikgebäude produziert die LISTA Degersheim AG ausschliesslich Büromöbel. In Arnegg SG wird die modernste Fabrik für die Herstellung von Stahlschränken erbaut und am 2. Januar 1990 in Betrieb genommen. Auch im Lager- und Betriebsbereich geht der Ausbau unvermindert weiter: Mit der Übernahme der Megamat & Co. GmbH, einem erfahrenen Hersteller von Umlaufregalen im süddeutschen Neuburg, gelingt der LISTA-Gruppe eine Stärkung der strategischen Position im europäischen Wirtschaftsraum.

  • 1990

    Neu im Programm: Lagersystem Megamat

    Produktion in Dozwil

    Schnelles Wachstum
    LISTA setzt auf energieschonende Produktion

    Zu Beginn der 90er-Jahre entsteht in Dozwil ein Erweiterungsbau der LISTA Kunststofftechnik AG (ehemals KAG), ausgerichtet auf ein modernes Fertigungskonzept, das auch hohe ökologische Anforderungen erfüllt: Dank einer effizienten Wärmerückgewinnung kann der Energieverbrauch in der Produktion massiv gesenkt werden. Schlag auf Schlag werden nun auch sechs eigenständige Ländergesellschaften aufgebaut, die zusammen mit dem Fachhandel einen nachhaltigen Ausbau des Vertriebs gewährleisten. Aus dem kleinen Schlossereibetrieb der ersten Stunde wird eine weltweit agierende Firmengruppe.

  • 2004

    Making Workspace Work: LISTA ist Branchenleader für Betriebs- und Lagereinrichtungen

    Making Workspace Work

    Fokussierung auf das Kerngeschäft
    LISTA Betriebs- und Lagereinrichtungen sind eigenständig

    Um sich besser auf die speziellen Marktbedürfnisse ausrichten zu können, erfolgt 2004 die Aufteilung des Konzerns in die beiden Bereiche Büromöbelsysteme (heute als LISTA Office AG im Besitz der Familie Lienhard) sowie LISTA Betriebs- und Lagereinrichtungen (heute LISTA Holding AG). Damit wird einerseits die spätere Nachfolgeregelung vorbereitet. Hauptsächlich soll dieser Schritt aber eine strategische Stärkung beider Bereiche gewährleisten, die ihren Fokus nun je auf ihren ganz spezifischen Markt legen können. Die international ausgerichtete Firmengruppe LISTA Betriebs- und Lagereinrichtungen hat sich als Branchenleader etabliert und ist der einzige transatlantische Anbieter von Schubladenschränken, Regalen und technischen Arbeitsplätzen. 2005 erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von 220 Millionen Franken und beschäftigt über 800 Personen. LISTA Office erreicht mit rund 300 Personen gegen 100 Millionen. Franken Umsatz. Die reaktivierte Marke Alid wird zur Dachmarke der LISTA Office Holding sowie weiterer Finanzbeteiligungen der Familie Lienhard.

  • 2006

    LISTA Hauptsitz in Erlen

    Capvis übernimmt die Aktienmehrheit
    Fredy A. Lienhard bleibt Minderheitsaktionär

    2006 wird die Firmengruppe LISTA Betriebs- und Lagereinrichtungen von der Beteiligungsgesellschaft Capvis übernommen und strategisch neu aufgestellt.

  • 2007

    Eine Marke auf dem Weg in eine dynamische Zukunft

    Die Wachstumsstrategie geht weiter
    Making Workspace Work

    Die Marke LISTA erhielt ihre Kraft durch eine lange und stolze Firmengeschichte. Heute ist LISTA erfolgreich, weil sich das Unternehmen auf das konzentriert, was es rundum beherrscht: den Werk- und Arbeitsplatz mit dem robusten, preiswerten Schubladenschrank der Extraklasse im Zentrum. Unter dem Motto «Making Workspace Work» bietet LISTA heute ein sowohl hochstehendes wie preiswertes Produktsortiment für immer breitere Anwendungsbereiche. Und LISTA ist am Markt hervorragend positioniert. Mit den Produktionsstandorten Erlen und Bergneustadt sowie der Übernahme der beiden starken Tochtergesellschaften Huni Italia und Thur Metall begibt sich das Unternehmen siegesgewiss auf den Weg in eine dynamische Zukunft.